du gabst mir keine zeit dich zu vermissen

die ersten schneeflocken sind gefallen

ich habe es genossen

doch jetzt bin ich es die kapituliert

mit ist kalt, du ermahnst mich,

zieh dich wärmer an

bin in eile, wirfst mir vor,

selbst schuld, bist wohl zu spät dran

will ich dich, willst du nicht

weihnachten kommt, lässt mich im stich 

deine ausrede, extra unglaubwürdig

wenn ich sage, bitte geh

machst du dich breit,

fast bis in alle ewigkeit 

viel zu lange, viel zu kalt

 

deutscher winter.


es ist sie will alles immer selber machen

aber wenn, den ersten schritt wagt sie nicht.

es ist sie muss immer das letzte wort haben

aber wenn, hat sie angst er versteht sie nicht

es ist sie will ihn beim gehen noch einmal umschauen sehen

aber wenn, sich umdrehen riskiert sie nicht.

es ist, sie muss umbedingt die Antwort wissen

aber wenn, die frage stellen erlaubt sie nicht.

es ist, sie will, dass sie und er zu ihr gehören

aber wenn, eingestehen kann sie es nicht.


gerade eben wohnst du noch hier

ganz nah bei mir

und im gleichen moment am anderen ende der welt,

bis übermorgen oder für immer

das kannst du so jetzt noch nicht sagen

entspannt, spontan dein leben feiern, verantwortung vertagen

doch für mich dreht sich auf einmal alles rasend schnell

das "wir sind noch jung, wir haben noch zeit"

viel zu oft habe ich angst, dass es nicht mehr lange bleibt

dann renne ich von hier nach da,

vorwärts wieder zurück, wünsche mir die rote ampel

irgendwas das mich zwingt zu halten,

irgendwas das mich erinnert du musst atmen

auch wenn ich dann begreife, du hast mich verraten

aber ich könnte endlich aufhören mit dem warten


zeilt - zeit eilt

 

den schrank nicht gerichtet

die wand nicht gestrichen

das licht nicht montiert

alles stand uns im weg

 

aber pommes gegessen

erinnerungsduft versprüht

vertrauen erlebt

einsamkeit zersägt

 

und alles vorbei

vorbei ist es nie

und alles vergangen

gegangen ist es nie

 

und alles erreicht

gereicht hat es nie.


diese tage,

an denen wasser deinen durst nicht stillt

du vor müdigkeit nicht schlafen kannst

an denen du weinst, doch keine tränen fließen

 

diese tage,

an denen dir stille keine ruhe lässt

"himmel sehen" fast unmöglich scheint

an denen du bereits beim flüstern schreist

 

diese tage

an denen "augen auf" nur tarnung ist

egal wie du dich bemühst

den lichtspalt schließlich nicht mehr spürst.


und mit dir könnte ich es schaffen

die seifenblase berühren, ohne dass sie zerplatzt

ihn sehen diesen unsichtbaren schatz

mit dir könnte ich es schaffen

sitzen bleiben, auf meinem platz

ihn laut aussprechen, diesen einen satz 

 

mit dir könnte ich es schaffen.


silvester 16/17
silvester 16/17

silvester.


dezember 16
dezember 16

every year it's just a dream


dezember 16
dezember 16
und du tust mir gut,
so gut wie die bettdecke,
die einfach immer zu kurz ist
du tust mir gut,
so gut wie das heiße wasser in der dusche, 
das nie lang genung fliest
du tust mir gut,
so gut wie die versprechen,
die du mit ausreden vor dir herschiebst
du tust mir gut
so gut wie gut

dezember 16
dezember 16

und letztlich, ist es die wand

vor der wir stehen,

die wir nicht einschlagen 

oder nicht sehen,

die uns trennt

von leben, vergeben

hinter der wir uns verstecken 

um zu vergessen,

um hilfeschreie

nicht zu hören

von der wir glauben wollen, 

dass sie uns beschützt

irgendwie wissen, 

dass sie auf uns stützt.


dezember 16
dezember 16

und wenn ich die ganze welt

um mich herum verliere,

du bist der eine punkt den ich fixiere.


dezember 16
dezember 16

mit dir sind sekunden unikate

wenn du fehlst, vergehen nur tage


dezember 16
dezember 16

in dem moment

happy end

versuchst es festzuhalten

mit aller kraft und für immer

doch es gleitet unbemerkt

durch deine finger


november 16
november 16

du und ich seelenverwandt

auf einmal trennt uns diese wand.


november 16
november 16

es geht um

es passiert alles hier

perfektion perfektioniert

einfach los rennen

kein plan - tausend ziele

langsam auslaufen

luft anhalten

augen schließen, aufreißen

zähne - zusammen beißen

loslassen und festhalten

fertig sein

-

immer weiter

im hoffentlich nie endenden

spaziergang mit dir


november 16
november 16

und ich wünsche mir immer blumen,

würdest du mir welche schenken

-

ich hätte keine vase.


november 16
november 16

5 minuten hochsommer.


november 16
november 16

eis am stiel zu kalten sonnenstrahlen


november 16
november 16

komm lass uns

über die straße rennen

die luftballons klauen

sie steigen lassen

ganz kurz so tun 

als ob wir kinder seien

 

 


november 16
november 16

paul walks



november 16
november 16

endlich wieder da 

wo unsere fotos

die tapete lächeln lassen 

wo du meine hausschuhe klaust

denn "unterm bett"

ist kein wirklich gutes versteck

wo die zimmerlampe

viel zu tief hängt 

wir uns schon lang nicht mehr

den kopf stoßen 

wo wir einfach auf dem sofa 

liegend zur decke starren 

gemeinsam essen 

streiten, wer abspült 

und den müll weg bringt

endlich wieder da 

wo du dich beschwerst 

wenn ich stundenlang das bad besetz

alle süßigkeiten auf einmal esse

wo es niemanden stört

wenn jemand die wand mit wein verziert 

oder keiner die tür absperrt 

 

endlich wieder da

wo du und ich zuhause sind.


november 16
november 16

kurzschluss

 

und du bist für mich 

klopapier aus, schuhbändel auf 

zugverspätung, bus verpasst

und es regnet haare nass

du bist 

nutellaglas - leer im schrank

letzte seele, ausverkauft

längste schlange an der kasse 

kaum mehr tank und steck im stau

du bist

montagmorgen mathekurs

lieblingsserie abgesetzt

bin in eile, ampel rot

sicherung raus - stromausfall

 

dieser kurzschluss 

und wir stehen im dunkeln

 

auf einmal,

ich kann es wieder sehen

du bist,

mit den wolken um die wette fliegen

im bett liegen bleiben, wenn es regnet

herzhaft lachen nach, dem ersten wein

zuhause ankommen, alles aufgeräumt

winter vorbei, brauch kein schal und 

keine jacke mehr

du bist 

tanzen ohne handtasche

 

doch wie immer wird es wieder hell

der alltag blendet grell


november 16
november 16

durch sommergassen schlendern

bis zur pizzeria an der ecke

bis zum schönsten platz der welt

lieblingskleid flattert im wind

barfuß auf dem warmen sand


november 16
november 16

komm lassen wir unsere schatten wachsen

mit der sonne, die uns ins gesicht scheint

lassen wir uns blenden

bis zum kribbeln mit den bunten punkten

bis zum punkt

an dem wir aufhören 

mit versuchen zu verstehen

einfach vertrauen 

auch wenn wir nichts sehen.


november 16
november 16

wenn sie weint

schluchze tiefer,

wenn sie fällt

zerbreche lauter

wenn sie stoppt

 

reiß die Überholspur ein.


november 16
november 16

veins


november 16
november 16

when they are going different ways,

she wants to see him, looking back again

but will never known because

she's afraid to turn around


november 16
november 16

lebensfaul

 

lebenslauf

lebenlau

morgentau

alles grau

steckst im

stau


oktober 16
oktober 16

keep watching the clouds


oktober 16
oktober 16

gerade aus musik ganz laut

augen zu, rauschend entlang der leitplanke

selbst wenn die automaten aufhören zu flimmern 

bitte lass uns niemals blinzeln


oktober 16
oktober 16

some days are darker than black nights

-

mondays


oktober 16
oktober 16

und wir stehen da hand in hand,

bitte sag dass du's auch sehen kannst.

-

märchenschloss


oktober 16
oktober 16

karusell

 

ich kann nicht,

meer, um mich herum

laufend verstellt, ich bin still, stehe

es fehlt der stabile stand

punkt ohne satz

zeile verloren es spiel, keine rolle

zu vergeben gibt es, nichts kann ich

nicht vor und nicht zurück

auf der geraden straße in richtung

sackgasse geht weiter

zeig mir das ende

es macht mich blind-

lings führt der weg hier heraus

schließe meine augen

lieder, auf diese projiziere ich die bilder

buchseiten kann ich nicht überblättern

ausreißen würde ich gerne

verblasst

los lassen, aussteigen,

du bist kein ewiges kind



september 16
september 16

suddenly i recognized the lights - 

they had never been stars in our nights


september 16
september 16

no wings needed



september 16
september 16

it's all about sitting there one day.


september 16
september 16

sometimes it's better to be the flower who dies,

then the one who can't smell


august 16
august 16

 

du bist wie ein 

orbit-kirsch-kaugummi

eine sekunde

schmeckst du

in der nächsten

weiß ich nicht

wo ich dich

hinspucken kann.




august 16
august 16

und letztlich

ist es die wand

vor der wir stehen,

die wir nicht einschlagen 

oder nicht sehen,

die uns trennt

von leben, vergeben

hinter der wir

uns verstecken 

um zu vergessen

um hilfeschreie

nicht zu hören

von der wir 

glauben wollen, 

dass sie

uns beschützt

irgendwie wissen, 

dass sie 

auf uns stützt.

 

 

 

 

 


august 16
august 16

weit weg

 

durch die nacht

ins meer rennen

ohne schlüssel

die tür zuziehen

„morgen“ sagen

nach dem tanzen meinen

lachen anstatt atem weinen

schreien bis die tränen fließen

vergessen

die blumen 

jeden tag zu gießen

nicht die hand vor den mund halten

und richtig niesen

nichts besitzen

den schoko crepe 

genießen.


august 16
august 16

lass uns pause machen von freizeit 

in der es freiheit zu keiner zeit mehr gibt

aufhören mit getaktet genießen

ausnahmsweise keine fotos schießen

die das glück scheinbar beweisen

aber eigentlich 

den moment zerreißen

 

lass uns außer plan mal einatmen 

jetzt ist zeit zum zeit verschwenden

augen zukneifen

regentropfen mit der zunge fangen

hinlegen - jede wolke einzeln zählen

gedankenlos wiesen zerrupfen

 

lass uns ausversehen den zug verpassen

bis ans ende des steges spazieren

hinsetzen und ausruhen

das wasser mit den füßen berühren

oder ganz reinspringen

wein trinken nur um

die flaschenpost zu verschicken

terminkalender vom balkon schmeissen

andere sollen überholen

unvernünftig lange wach bleiben 

wetten welcher stern wohl heller ist

 

lass uns lassen

rausfinden wie die zeit kurz stehen bleibt.

 


august 16
august 16

und dann stehst du da,

weißt nicht welches gleis

a oder b

süd oder nord

hamburg oder kempten

küssen oder kneifen

jetzt oder später 

gehen oder bleiben

machen oder lassen 

vertragen oder streiten

- lachen oder weinen

 

und du stehst da

es hört nie auf

heute und immer,

du musst entscheiden


august 16
august 16

ein letztes mal ganz spontan 

hand in hand sandburgen bauen 

fünf stunden arm um schulter, den strand entlang 

neben einander im liegestuhl 

buch ruht sich auf bauch kurz aus 

sonnenbrille verrutscht, so lassen. 

haare wehen im weichen wind 

füße massieren den warmen sand 

einatmen, salzluft schmecken 

wellen greifen nach der dunklen haut 

ein letztes mal ganz spontan 

wettspucken mit melonenkernen 

das sommerkleid mit zitroneneis beklecksen 

lichstrahlen zerbrechen am wellenschlag 

august spüren 


juli 16
juli 16

und jetzt ist sie vorbei, 

die zeit, in der wir dort saßen 

mit farbe im gesicht 

und rotweinflecken auf den kleidern 

in der wir barfuß 

über den warmen flur spazierten, 

zwischen den wänden die uns inspirierten 

diskutierten, philosophierten über 

eigenständigkeit, über „in sich stimmig“ und über den song im hintergrund. 

vorbei die zeit, in der wir voll bepackt, schlaflos, verzweifelt ineinander rannten, 

jeden tag unsere grenzen weiter vor uns, von uns schoben, in der wir nach 

unzähligen versuchen, langen gesprächen mit 

menschen, die wir bewundern, 

begleitet von panikattacken im sekundentakt vor unserem weltuntergang standen, 

am nächsten tag merkten, 

es war nur ein sonnenuntergang 

vorbei die zeit, in der richtig 

oder falsch nicht galt, 

wir trotzdem erkannten, jetzt ist es echt, 

voller stolz unser ergebnis präsentierten 

jede anstrengung führte 

zum ausgepackten geschenk 

vorbei die zeit. 

 

vorbei.